- Eines der Hauptziele der Studie bestand darin, herauszufinden, welche Anteile von blauem und rotem Licht die günstigsten Reaktionen hervorrufen. Zu diesem Zweck verglichen die Forscher verschiedene LED-Lichtverhältnisse, darunter ausgewogene Spektren sowie andere, die deutlich von einer der beiden Farben dominiert wurden. Die Ergebnisse zeigten, dass die Blau/Rot-Verhältnisse…
Eines der Hauptziele der Studie bestand darin, herauszufinden, welche Anteile von blauem und rotem Licht die günstigsten Reaktionen hervorrufen. Zu diesem Zweck verglichen die Forscher verschiedene LED-Lichtverhältnisse, darunter ausgewogene Spektren sowie andere, die deutlich von einer der beiden Farben dominiert wurden.
Die Ergebnisse zeigten, dass die Blau/Rot-Verhältnisse 5:5 und 2:8 das beste Gleichgewicht zwischen vegetativem Wachstum, Blütenproduktion und CBD-Anreicherung boten. Beide Lichtspektren führten zu einer signifikanten Erhöhung des gesamten CBD-Gehalts und stimulierten gleichzeitig die Expression von Genen, die an der Biosynthese von Cannabinoiden beteiligt sind.
Interessanterweise erzielte die Kombination mit dem höchsten Blauanteil (8:2) nicht die besten Ergebnisse. Obwohl sie die Produktion einiger geringfügiger Cannabinoide erhöhte, fiel der Blütenertrag geringer aus, und die Gesamtproduktion von CBD erreichte nicht die Werte, die bei Pflanzen unter ausgewogeneren Spektren beobachtet wurden.
Diese Erkenntnis ist besonders relevant, da über Jahre hinweg angenommen wurde, dass ein höherer Blauanteil automatisch die Harz- und Cannabinoidproduktion fördert. Laut dieser Studie scheint die Realität jedoch deutlich komplexer zu sein.
Blaues Licht erfüllt wichtige Funktionen im Zusammenhang mit der Stoffwechselregulation, der Öffnung der Spaltöffnungen und verschiedenen Schutzmechanismen gegen Stress. Wird sein Anteil jedoch zu hoch, kann dies bestimmte Prozesse der Biomassebildung einschränken. Rotes Licht hingegen fördert die vegetative Entwicklung, begünstigt die Kohlenstoffspeicherung und unterstützt das allgemeine Pflanzenwachstum. Werden beide Spektren in einem ausgewogenen Verhältnis kombiniert, scheint eine physiologische Synergie zu entstehen, die die Vorteile beider Lichtarten vereint.

Kann eine LED mit 600 PPFD eine Anlage mit 1000 PPFD übertreffen?
Dies ist wahrscheinlich der überraschendste Aspekt der gesamten Untersuchung.
Die Lichtbehandlungen mit den Blau/Rot-Verhältnissen 5:5 und 2:8 arbeiteten mit einer Intensität von etwa 600 μmol/m²/s. Eine weitere Pflanzengruppe wurde unter Vollspektrum-LED-Beleuchtung mit einer Intensität von 1000 μmol/m²/s kultiviert.
Auf den ersten Blick könnte es offensichtlich erscheinen, welches System die besseren Ergebnisse liefern sollte. Die gewonnenen Daten zeichneten jedoch ein anderes Bild.
Die Pflanzen unter den optimierten Blau-Rot-Spektren (600 μmol/m²/s) zeigten vergleichbare und bei einigen physiologischen Parametern sogar bessere Photosyntheseraten als die Pflanzen unter dem hochintensiven Vollspektrum-Licht.
Die Forscher stellten deutliche Verbesserungen bei Indikatoren wie der maximalen Rubisco-Carboxylierungsrate, der Elektronentransportrate und der Nutzung von Triosephosphaten fest. All diese Parameter stehen in direktem Zusammenhang mit der photosynthetischen Effizienz.
Diese Ergebnisse legen nahe, dass nicht die gesamte elektrische Energie, die von einer Leuchte verbraucht wird, zwangsläufig in Pflanzenwachstum umgesetzt wird. Wenn ein erheblicher Teil der ausgestrahlten Strahlung auf Wellenlängen entfällt, die für die Photosynthese weniger effizient sind, kann eine deutlich höhere Lichtintensität erforderlich sein, um vergleichbare Ergebnisse zu erzielen.
Aus Sicht des Growers hat diese Schlussfolgerung erhebliche Bedeutung. Ein besser optimiertes Spektrum könnte vergleichbare Erträge bei geringerem Energieverbrauch ermöglichen – ein entscheidender Vorteil zur Senkung der Stromkosten.

Was bedeutet diese Studie für Indoor-Cannabiszüchter?
Obwohl die Ergebnisse an einer CBD-reichen Sorte unter kontrollierten Versuchsbedingungen gewonnen wurden, lassen sich die allgemeinen Schlussfolgerungen auf viele Indoor-Anbausysteme übertragen.
Erstens bestätigt die Studie, dass das Lichtspektrum genauso viel Aufmerksamkeit verdient wie die Leistung der Beleuchtungsanlage.
Zweitens zeigt sie, dass Spektren, die übermäßig von einer einzelnen Wellenlänge dominiert werden, nicht zwangsläufig die besten Ergebnisse liefern. Ausgewogene Kombinationen aus blauem und rotem Licht scheinen günstigere physiologische Reaktionen hervorzurufen als extreme Verhältnisse.
Darüber hinaus unterstreichen die Ergebnisse die Bedeutung eines ganzheitlichen Blicks auf den Anbau. Die Produktion von Cannabinoiden hängt nicht ausschließlich von den Vorgängen in den Blüten ab. Auch die Gesundheit der Blätter, die photosynthetische Effizienz und der gesamte Energiestoffwechsel spielen eine entscheidende Rolle.
Schließlich deutet die Studie darauf hin, dass sich zukünftige Optimierungsstrategien stärker auf die Qualität des Spektrums als auf eine bloße Erhöhung der Lichtintensität konzentrieren könnten.
Die Zukunft der LED-Beleuchtung im medizinischen Cannabisanbau
Die Cannabisbranche befindet sich derzeit in einem Wandel hin zu immer präziseren Anbausystemen.
Über viele Jahre hinweg war die genetische Verbesserung der wichtigste Treiber für höhere Erträge. Danach folgten Fortschritte in den Bereichen Fertigation, Klimasteuerung und Automatisierung. Nun scheint der nächste große Entwicklungsschritt im Bereich der Präzisionsbeleuchtung zu liegen.
LED-Technologie ermöglicht etwas, das keine frühere Beleuchtungstechnologie leisten konnte: die Entwicklung nahezu maßgeschneiderter Lichtspektren.
Je besser wir verstehen, wie Cannabis auf einzelne Wellenlängen reagiert, desto gezielter können Beleuchtungssysteme für jede Anbauphase und sogar für spezifische Produktionsziele entwickelt werden.
Einige Produzenten werden den Schwerpunkt auf Biomasse legen. Andere möchten die Produktion bestimmter Cannabinoide maximieren. Wieder andere werden versuchen, gezielt bestimmte Terpenprofile zu fördern.
Diese Studie zeigt deutlich, dass Licht nicht länger ausschließlich als Energiequelle betrachtet werden sollte. Es ist zugleich ein leistungsfähiges Instrument zur Stoffwechselregulation, das die Physiologie der Pflanze tiefgreifend beeinflussen kann.
Und alles deutet darauf hin, dass wir gerade erst beginnen, das volle Potenzial dieser Technologie zu verstehen.
Über viele Jahre hinweg beruhte ein großer Teil der Entwicklung des Indoor-Anbaus auf einer einfachen Idee: Mehr Licht bedeutet mehr Ertrag. Zunächst kamen leistungsstärkere HPS-Lampen auf den Markt, später folgten LED-Systeme, die PPFD-Werte erreichten, die vor nur einem Jahrzehnt noch unvorstellbar gewesen wären. Sie lösten eine echte Revolution aus: niedrigere Temperaturen im Growraum, geringere Energiekosten, vergleichbare Erträge und eine höhere Blütenqualität. Mit dem Fortschritt der Cannabisforschung wird jedoch immer deutlicher, dass die Lichtmenge nur ein Teil der Gleichung ist.
- Über viele Jahre hinweg beruhte ein großer Teil der Entwicklung des Indoor-Anbaus auf einer einfachen Idee: Mehr Licht bedeutet mehr Ertrag.
- Zunächst kamen leistungsstärkere HPS-Lampen auf den Markt, später folgten LED-Systeme, die PPFD-Werte erreichten, die vor nur einem Jahrzehnt noch unvorstellbar gewesen wären. Sie lösten eine echte Revolution aus: niedrigere Temperaturen im Growraum, geringere Energiekosten, vergleichbare Erträge und eine höhere Blütenqualität.
- Mit dem Fortschritt der Cannabisforschung wird jedoch immer deutlicher, dass die Lichtmenge nur ein Teil der Gleichung ist.
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