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Unterschiede zwischen Hanf und Marihuana

  • Hanf und Cannabis sind zwei Pflanzen, die leicht für Verwirrung sorgen können, denn obwohl sie derselben Gattung angehören, haben die Unterschiede in Hinsicht auf ihre Morphologie wie auch die Zusammensetzung ihrer Wirkstoffe dazu geführt, dass die beiden Gesichter ein und derselben Art ganz verschieden angewendet werden.
  • In diesem Post erklären wir euch, welche Unterschiede zwischen Hanf und Marihuana bestehen und wie sie sich auf die Verwendung und den Anbau der Pflanze auswirken. Lest jetzt weiter!
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Gehören Hanf und Marihuana zur selben Gattung?

In der Tat: Obwohl die beiden Pflanzen verschiedene Erkennungsmerkmale besitzen, die sie als zwei unterschiedliche Sorten ausweisen, gehören sie zur selben Familie, Cannabis Sativa L. Diese Unterschiede haben sich durch jahrhundertelange Auswahl und Domestizierung zusätzlich verstärkt, denn während Hanf mit dem Ziel der Rohstoffgewinnung (Samen, Öl, Fasern, Zellulose…) angebaut und verändert wurde, versuchte man beim Marihuana die psychoaktive Wirkung zu steigern; Auswahl und Anbau konzentrierten sich also vor allem auf die Erhöhung des THC-Gehalts. 

Was sind die Unterschiede zwischen Hanf und Marihuana?

Hanf und Marihuana lassen sich anhand ihrer Morphologie, Verwendung und Zusammensetzung unterscheiden, denn Marihuana zeichnet sich (zumindest bis vor Kurzem noch) durch seinen hohen Gehalt an THC – das Cannabinoid, das für die psychoaktive Wirkung sorgt – aus, während der THC-Gehalt von Hanf sehr gering ist. Deshalb wurde Hanf zur Rohstoffgewinnung angebaut, Marihuana aber wegen des Effekts, den der Konsum seiner Blüten verursacht, sei dies zu medizinischen oder zu Freizeitwecken.

Vor der sogenannten „CBD-Welle" war es ein Leichtes, die zwei Sorten mittels Analyse der Cannabinoid-Zusammensetzung auseinanderzuhalten: Marihuana besaß einen hohen THC-Gehalt und wenig CBD, beim Hanf war es gerade anders herum. Seit jedoch die neuen CBD-reichen Marihuanasorten auf den Markt gekommen sind, stellt dies kein Erkennungsmerkmal mehr dar, gibt es doch bereits Marihuana-Genetiken wie Dinamed mit hohem CBD- (bis zu 14 %), aber niedrigem THC-Gehalt (unter 0,5 %), die deshalb noch lange nicht als Hanfsorten gelten können.

Charakteristika von Hanf

Hanf, seiner zahlreichen Anwendungen in diesem Bereich wegen auch Industriehanf genannt, stellt eine wichtige erneuerbare Rohstoffquelle und nachhaltige Alternative dar, hilfreich für die Umwelt und nützlich für Industrie und Ernährung. Die Struktur von Hanf ist das Ergebnis eines Domestizierungsprozesses, der tausende von Jahren zurückreicht und in dem die Menschheit die Pflanzenvorkommen nach und nach verändert hat, um größtmögliche Erträge zu erhalten. Ziel war die Herstellung von Öl sowie Fasern und Zellulose, die von der Industrie vielfach verwertet werden können.

Morphologisch neigt Hanf dazu, gröβer zu werden als Marihuana; er kann bis zu 5 m Wuchshöhe erreichen. Die Hanfstängel sind dicker und nicht so hohl, haben nicht so viele Zweige wie Marihuana-Pflanzen und kaum Blüten. Die Morphologie von Hanf variiert jedoch je nach dem Ziel des Anbaus:

Zur Fasergewinnung angebaute Hanfsorten

  • Hochgewachsene Pflanzen (von 2 bis 5 m) mit langem Stiel und großem Abstand zwischen den Internodien
  • Wenig Zweige
  • Hohles, schwach verholztes Stielinneres
  • Sehr dichter Anbau (wenig Platz zwischen einer Pflanze und der nächsten)

Zur Samengewinnung angebaute Hanfsorten

Hanf, der zu diesem Zweck angebaut wird, gleicht Marihuana-Pflanzen, hat jedoch weniger Zweige und Blüten. Auch er wird dicht angepflanzt.

Sorten zur Extraktion von Öl oder Zellulose oder als Basis von Holzwerkstoffen

Genetiken, die mit diesem Ziel angebaut werden, zeichnen sich durch einen dichteren Stängel aus.

 

Unterschiede im Anbau von Hanf und Marihuana

Hanf wird üblicherweise mit recht hohem Dichtegrad angebaut, d. h. die Pflanzen wachsen nahe beieinander, mit wenig Zweigen, sodass die Felder sehr dicht sind. Beim Marihuana-Anbau hingegen wird mehr Raum zwischen den Pflanzen gelassen, damit diese sich richtig entwickeln können, sie haben mehr seitliche Zweige und mehr sowie größere Blüten.

Beim Anbau von Marihuana werden normalerweise alle Pflanzen mit männlichen Organen entfernt, damit es nicht zur Bestäubung kommt, nachdem man meistens an die Blüte ohne Samen kommen will. Wenn sie nicht bestäubt werden, bilden Marihuana-Pflanzen immer weiter große Blütentrauben aus: die heißbegehrten Buds ohne Samen, die gleichermaßen für medizinische und Freizeitzwecke verwendet werden.

Beim Hanfanbau dagegen lässt man es sehr wohl zu einer Bestäubung der weiblichen Pflanzen kommen, damit diese Samen bilden, die zu den meistgenutzten Produkten der Pflanze gehören.

Eine versehentliche Bestäubung von Marihuana- durch Hanfpflanzen zieht stets eine Reduktion von deren Potenz (in psychoaktiver Hinsicht) nach sich.

Hanfnutzung

Hanf ist eine Pflanze voller Möglichkeiten. Hier seien nur einige aufgeführt:

Hanf als Lebensmittel

Hanfsamen und -öl eignen sich nicht nur für den Konsum, sondern haben auch einen hohen Nährwert. Tatsächlich ist Hanföl reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren, insbesondere an Linolsäure (Omega-6) und α-Linolensäure (Omega-3), zwei Fettsäuren, die erwiesenermaßen sehr förderlich für den Körper sind. Außerdem enthalten Hanfsamen und -öl auch Gamma-Linolensäure, die zur Behandlung von Beschwerden wie Neurodermitis, Arthritis und prämenstruellem Syndrom eingesetzt werden.

Hanf als Basiselement industrieller Produktion

Gleich wie das Öl von Lein- oder Baumwollsamen kann Hanfsamenöl in unzählige Produkte, wie Biodiesel, Seife, Kosmetik, Farben und Lack weiterverarbeitet werden.

Hanf zur Herstellung von Zellulose und biologisch abbaubarem Plastik

Mit dem verholzten Mittelteil der Stängel und den Rinden von Hanf kann Papier und biologisch abbaubares Plastik hergestellt werden. Dass es ein erneuerbares, umweltfreundliches Material ist, macht es sehr attraktiv und wettbewerbsfähig, umso mehr angesichts der gravierenden Umweltprobleme, die Plastik verursacht.

Hanffasern

Die widerstandsfähigen natürlichen Fasern der Stiele können die Grundlage von Textilprodukten, Kleidung, Leinstoff, Seilen, und wiederverwertbarem, biologisch abbaubaren Baumaterial bilden. Keine andere natürliche Faser kommt an die Widerstandsfähigkeit und Beständigkeit von Hanffasern. Seil und Leinstoff (Canvas) aus Hanf sind schon seit Jahrtausenden auf Schiffen verwendet worden, da sie auch vom Meersalz wenig angegriffen werden.

Heutzutage gelten Textilprodukte aus Hanffasern als umweltfreundliche Alternative im Vergleich mit Baumwolle, bei deren Anbau große Mengen Pestizide und andere giftige Produkte anfallen. Dank ihrer Durchlässigkeit und Absorptionsfähigkeit lassen sich aus Hanf hergestellte Stoffe leicht färben und eigenen sich auch für natürliche Farbstoffe auf Pflanzen- oder Mineralbasis. Namhafte Hersteller wie die bekannte Sportmarke Nike hatten viel Erfolg mit Linien von Hanf-Textilprodukten.

Auch im Bereich Verbundwerkstoffe schließen natürliche Fasern zunehmend zu den synthetischen auf, allem voran in der Autobranche, denn sie bringen die gleiche Leistung, sind aber schlagfester. Sogar die Luft- und Raumfahrtindustrie hat mittlerweile ein Auge auf Verbundwerkstoffe mit natürlichen Fasern geworfen, da sie im Brandfall viel weniger giftig sind.

Wusstest du schon…

Die texanische Marke Levi's stellte ihre Kleidung die ersten Jahre über mit Hanffasern her. 

Marihuananutzung

Freizeitnutzung

Die psychoaktive Wirkung von THC ist zweifelsohne der Grund dafür, dass Marihuana die weltweit meistkonsumierte illegale Droge ist. Schon in grauer Vorzeit nutzte man diesen Effekt in verschiedenen Kulturen für unzählige Rituale und traditionelle Anlässe. Heutzutage verwenden Millionen von Menschen Cannabis, um sich zu entspannen, mit Freunden zu lachen oder die psychoaktive Wirkung der Pflanze einfach so zu genießen. In den letzten Jahrzehnten wurde per Hybridisierung und Auswahl verschiedener Cannabis-Genetiken stets der THC-Gehalt zu steigern versucht, mit der Entstehung CBD-reicher Sorten aber scheint sich das Blatt zu wenden. Der neue Freizeitkonsum ist auf nachhaltigere Verwendung ausgerichtet, wofür der CBD-Gehalt hoch- und der THC-Gehalt ein wenig herabgesetzt werden muss. Die damit erzielte psychoaktive Wirkung ist nicht mehr extrem, sondern dauerhaft angenehm.

Medizinische Nutzung

Viele wissenschaftliche Studien bezeugen die medizinischen Eigenschaften von Cannabis. Schon unsere Vorfahren setzten die Pflanze zur Behandlung zahlreicher Beschwerden ein, und heutzutage hat sie sich als sehr wirksam für die Behandlung verschiedener Krankheiten wie Epilepsie, neurodegenerativen Erkrankungen und sogar Autismus erwiesen.

17/08/2017

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