Welche Dünger-Typen gibt es, und wozu dienen sie?

  • 4 grundlegende Elemente decken die biologischen Bedürfnisse aller Pflanzen auf unserer Erde: Licht, Wasser, Luft und die Nährstoffe im Boden. Es gibt 3 Arten von Düngern: Mineraldünger, organische Dünger und organisch-mineralische Dünger. Mit diesem Artikel möchten wir euch helfen, euren Dünger besser auszuwählen, damit eure Hanfkultur ein Erfolg wird.

Was ist ein Dünger?

Ein Dünger ist ein festes oder flüssiges Produkt natürlichen oder chemischen Ursprungs, das aus einer Substanz oder einer Mischung verschiedener Substanzen besteht, die Pflanzen in verschiedenen Entwicklungsstadien (Wachstums-, Blütephase) ernähren. Dünger und Zusätze gehören zur selben Familie, nur liefern die Düngemittel den Pflanzen alle Nährstoffe, die sie benötigen, während die Zusätze der Verbesserung des Gleichgewichts und der Qualität der Böden dienen.

Welche Rolle spielen die verschiedenen Mineralstoffe und Spurenelemente beim Düngen der Pflanzen?

1) Die wesentlichen im Hanfanbau verwendeten Mineralstoffe sind: Stickstoff, Phosphor, Kalium, Magnesium, Calcium und Schwefel.

  • Stickstoff (N): Stickstoff trägt stark zur Entwicklung des Pflanzenmaterials bei und ist während des Wachstums grundlegend. Ihm verdankt ihr eine solide, gut entwickelte Pflanzenstruktur mit kräftiger Blattmasse, letztendlich also auch die gesunde, energiereiche Pflanze, die euch hohe Erträge liefern kann, als solche.
  • Phosphor (P): Phosphor ist ein wichtiges Element für die Entwicklung der Wurzeln, der Blüten und auch der Knospen.
  • Kalium (K): Zusammen mit Phosphor fördert es die Wurzelentwicklung und trägt überdies gemeinsam mit Stickstoff zur Entwicklung der grünen Pflanzenteile bei, aber auch zu der der Blüten. Es stärkt die Widerstandsfähigkeit der Pflanze gegenüber Pilzkrankheiten sowie Frost.
  • Magnesium (Mg): Magnesium ist an der Chlorophyllproduktion beteiligt. Es ist ein grundlegendes Element für die Durchführung der Fotosynthese und damit auch des Wachstums generell.
  • Calcium (Ca): Calcium hilft, den pH-Wert der Erde zu kontrollieren und trägt zur gesunden Entwicklung der Wurzeln bei.
  • Schwefel (S): Schwefel wirkt aktiv auf das Wachstum der verschiedenen Pflanzenorgane ein.

2) Die notwendigen Spurenelemente sind: Eisen, Zink, Mangan, Bor und Molybdän.

  • Eisen (Fe): Eisen stimuliert die Chlorophyllproduktion und fixiert die grüne Farbe auf der Blattmasse.
  • Zink (Zn): Zink wirkt auf die Produktion der Hormone ein, die für die Bildung kräftiger Knospen verantwortlich sind.
  • Mangan (Mn): Mangan spielt eine entscheidende Rolle bei der Zellvermehrung und erleichtert die Nitrataufnahme.
  • Bor (B): Bor sorgt für Aufnahme des Wassers, das die Zellen benötigen.
  • Molybdän (Mo): Molybdän begünstigt die Nitrataufnahme.

Düngertypen im Cannabisanbau

Was ist Mineraldünger?

Mineraldünger setzen sich üblicherweise aus Komponenten mineralischen Ursprungs zusammen, die größtenteils aus natürlichen Gesteinsvorkommen stammen. Dennoch werden die meisten Mineraldünger chemisch hergestellt. In allen Fällen enthalten sie die Kernnährelemente (NPK), d. h. Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K).

Die Formeln verschiedener Hersteller variieren im Gehalt der einzelnen Komponenten: Sie können mehr oder weniger Stickstoff, Phosphat oder Kalium enthalten und versorgen die Pflanzen damit auch auf unterschiedliche Weise.

Als „mineralisch" bezeichnete Dünger sind oft konzentriert, und ihre Bestandteile chelatiert, was bedeutet, dass sie direkt von den Pflanzen verwertet werden können und einen unmittelbaren Nutzen bringen. Sie wirken schnell, da sie dafür entwickelt worden sind, einen „dringenden" Bedarf in eurer Hanfkultur zu stillen, im Gegensatz zu den organischen Düngern, die mit dem Boden zusammenwirken, deren Ergebnisse aber zwangsläufig langsamer spürbar und sichtbar werden.

Mineraldünger sind also gewissermaßen eine „gebrauchsfertige" Formel, und sicherlich auch die einfachste, wenn auch sparsam einzusetzen. Um euch keinen Überdüngungsfall einzuhandeln, raten wir euch, die Anwendungstabellen des jeweiligen Herstellers aufs Genaueste zu befolgen. Wie so oft liegt der Schlüssel in eurer Beobachtungsgabe, dank der ihr etwaigen Mängeln oder Übermengen vorauskommen und gegensteuern könnt. Um euren Pflanzen das beste Gleichgewicht zu bieten, muss schlussendlich die richtige Kombination der verschiedenen Nährstoffe gesucht werden.

Als Beispiele für Mineraldünger sind etwa B'Cuzz Soil Nutrition A sowie B'Cuzz Soil Nutrition B von Atami oder auch Terra Vega und Terra Flores von CANNA zu nennen.

Was ist organischer Dünger?

Organische Dünger setzen sich aus organischen Abfällen tierischen oder pflanzlichen Ursprungs zusammen, bisweilen auch beidem. Dünger pflanzlichen Ursprungs stammen meist aus der Kompostierung von Grünabfällen aller Art (Rasen, Algen, Früchten, Gemüse, mehreren Pflanzen…). Ihr könnt auch verschiedene Komposttees herstellen; sie funktionieren sehr gut und helfen, einige biologische Mechanismen im Boden zu aktivieren oder zu reaktivieren. Per Einweichung erhaltene Pflanzenbrühen wie Brennnessel- oder Beinwelljauche stellen ebenfalls exzellente biologische Dünger dar.

Daneben bieten sich auch sogenannte Gründünger an. Dabei handelt es sich um Pflanzen, die man auf der Kulturfläche selbst aussät, dann abmäht, verrotten lässt und schließlich unter den Boden gräbt. Sind die Pflanzen zersetzt, so kommt man über sie an die Mineralstoffe in den tieferen Erdschichten, bringt zudem Sauerstoff dorthin und reguliert Nährstoffüberschüsse. Es gibt zwei Arten von Gründünger, einerseits Pflanzen mit einem ausgeprägten Wurzelsystem, wie etwa Roggen und Phacelia, die die bereits geschilderten Eigenschaften aufweisen.

Andererseits gibt es auch Pflanzen aus der Familie der Hülsenfrüchtler, wie beispielsweise Luzerne und Klee, die Stickstoff liefern und diesen direkt aus der Luft ziehen und ansammeln. Gemeinsam ist all diesen Gründüngern, dass sie die notwendigen Elemente für die gesunde Entwicklung eurer Pflanzen bereitstellen und das Bodenleben sowie dessen Struktur deutlich verbessern.

Ihr solltet jedoch beachten, dass diese verschiedenen biologischen Komponenten keine unmittelbare und schnelle Wirkung zeigen. Sie müssen zuerst durch eine Phase der Zersetzung hindurch, um dann mit den zahllosen Mikroorganismen im Boden interagieren zu können. Erst dieses Zusammenspiel setzt verschiedene Mineralstoffe und Spurelemente frei, die schließlich unsere heißgeliebten Pflanzen versorgen.

Bei organischen Abfällen tierischen Ursprungs kann es sich um getrocknetes Rinderblut, Hornmehl, Regenwurmhumus, Seevögel- oder Fledermausguano, Fisch-Hydrolysat usw. handeln. Auch Nebenerzeugnisse aus der Tierzucht können verwendet werden, beispielsweise verschiedene Typen von Mist, die meist aus Ausscheidungen und Pflanzenstreu bestehen. Es handelt sich dabei nicht direkt um organisch-tierisches Material, sondern um Pflanzen, die über den Verdauungstrakt der verschiedenen Tiere bereits einen Transformationsprozess durchlaufen haben (Mist, Gülle etc.).

Solche organischen Dünger zum biologischen Anbau zu verwenden kostet mehr Zeit, denn ihr müsst euch zuerst einige Vorkenntnisse aneignen. Ist diese Hürde erst einmal überwunden, sind sie jedoch eine praktikable, nachhaltige Lösung.

Was ist organisch-mineralischer Dünger?

Organisch-mineralische Dünger sind schlicht das Ergebnis der Vermischung von Mineral- und organischem Dünger. Üblicherweise bestehen dabei 25–50 % des Endprodukts aus stickstoffhaltigen organischen Stoffen. Andere Bestandteile des Düngers, wie etwa einfache und mineralische Salze, die gute NPK-Quellen sind, werden anschließend mit den organischen Stoffen vermischt.

Viele Grower haben festgestellt, dass manche Flüssigdünger mit organischem Material nicht mehr stabil sind, sobald dieses vermischt ist. Was dabei genau passiert, ist, dass sich das organische Material aufgrund von Bakterienaktivität zersetzt und die Vermehrung dieser Bakterien wiederum für Verstopfungen in den Leitungen und Düsen zahlreicher automatischer Bewässerungssysteme sorgt.

Growern, die dieses System benutzen, raten wir deshalb zur Verwendung von chelatierten Mineraldüngern, um dieses Problem zu umgehen.

Gutes Growen euch allen!

04/03/2020

Kommentare unserer Leser

Noch keine Kommentare vorhanden. Wollt ihr die ersten hinterlassen?

Kommentar hinterlassen

Kontakt

x
Kontaktier uns