Was sind die typischsten Methoden für die Extraktion von CBD?

  • Die Beliebtheit von CBD nimmt immer mehr zu. Etliche Konsumenten haben es getestet und zu schätzen gelernt – und dafür gibt es auch Gründe genug, obwohl die gesundheitlichen Vorteile des CBD meistens den Ausschlag geben.
  • CBD kann man auf mehrere Weisen konsumieren. Besonders beliebt ist CBD-Öl, aber auch Kapseln, Edibles und sogar Getränke mit CBD gibt es immer mehr.
  • Für die Herstellung der verschiedenen CBD-Produkte müssen die Cannabinoide und Terpene aus dem Pflanzenmaterial extrahiert werden. Dafür gibt es unterschiedliche Methoden, beim Endprodukt ist aber ganz sicher immer ein Extraktionsverfahren zum Einsatz gekommen.

Wenn davon die Rede ist, wie man CBD-Öl gewinnt, beziehen sich die Hersteller meistens auf die jeweilige Extraktionsmethode. Am häufigsten zum Einsatz kommen Kohlendioxid, die Wasserdampfdestillation, Kohlenwasserstoffe oder natürliche Lösungsmittel. Im Folgenden erfahrt ihr mehr über diese Techniken.

Extraktion mit Kohlenstoffdioxid (CO2)

Bei dieser Methode wird überkritisches Kohlendioxid verwendet, um das CBD vom Pflanzenmaterial abzutrennen. Als „über-" oder (nach dem Englischen) „superkritisch" wird der Zustand bezeichnet, in dem die Eigenschaften des CO2 zwischen denen von Gasen und Flüssigkeiten liegen. Da dies auch als fluider Zustand bezeichnet wird, findet sich auch der Begriff „Extraktion mit überkritischen Fluiden", der im Englischen als „SFE" abgekürzt wird.

Bei der Extraktion mit CO2 werden eine Reihe von Tanks, Kammern und Druckpumpen verwendet, um das Gas hohem Druck und sehr niedrigen Temperaturen auszusetzen.

- Zu Beginn des Extraktionsverfahrens befinden sich das verdichtete CO2 in einer Kammer und die Cannabispflanzen in einer zweiten Druckkammer.

- Das überkritische CO2 wird anschließend von der ersten in die zweite Kammer gepumpt, wo es das Cannabis zersetzt, sodass das Öl sich vom Pflanzenmaterial trennt.

- Schließlich werden das CO2 und das Öl zusammen in eine dritte Kammer gepumpt. Das Gas verdunstet, und das CBD-Öl-Extrakt bleibt zurück.

Obwohl man für diese Technik spezielle (und zumeist sehr teure) Geräte braucht, ist sie mit Abstand die beliebteste Methode für die Herstellung von CBD-Produkten, da sie extrem sicher und effizient ist und man mit ihr hohe CBD-Anteile im fertigen Öl (Analysen zufolge bis zu 92 %) erzielen kann.

Da die CO2-Extraktion sehr präzise ist, eignet sie sich auch sehr gut für die Herstellung von Öl mit ganz bestimmten CBD-Konzentrationen. Die Hersteller müssen lediglich das Verhältnis von CO2 und Druck anpassen, um die Wunschkonzentration zu erreichen.

Diese Methode wird auch zur Herstellung vieler anderer Produkte wie z. B. entkoffeiniertem Kaffee oder Tee und zur Extraktion von ätherischen Ölen für die Parfümindustrie eingesetzt.

Wasserdampfdestillation

Bei dieser Technik sorgt Wasserdampf dafür, dass das CBD-Öl aus den Cannabispflanzen herausgelöst wird. Letztere befindet sich in einem zumeist kugelförmigen Destillierkolben aus Glas mit geradem, schmalem Hals, der einen Ein- und einen Ausgang hat. Der Eingang ist mit einem anderen Glasbehälter unterhalb des Destillierkolbens verbunden, der mit kochendem Wasser gefüllt ist; der Ausgang mit einem Kühlrohr.

Wenn das Wasser erhitzt wird, steigt der Dampf zum Destillierkolben mit den Pflanzen empor und trennt das CBD-haltige Öl ab. Anschließend wird er in dem Kühlrohr wieder abgefangen, wo er zu Öl und Wasser kondensiert. Diese Mischung wird aufgefangen und destilliert, um die beiden Stoffe voneinander zu trennen.

Die Wasserdampfdestillation wird schon seit Jahrhunderten zur Extraktion der ätherischen Öle verwendet, die für die Parfümherstellung benötigt werden, ist aber in der Cannabisindustrie aufgrund ihrer Ineffizienz weniger beliebt: Bei der Wasserdampfdestillation braucht man deutlich größere Mengen Pflanzenmaterial und kann auch schwerer exakte CBD-Konzentrationen extrahieren. Zudem gibt es ein nicht unbedeutendes Risiko: Wenn der Dampf sich zu sehr erhitzt, kann er das Extrakt schädigen und die chemischen Eigenschaften der enthaltenen Cannabinoide verändern.

Extraktion mit Lösungsmitteln (Kohlenwasserstoffen und natürlichen Lösungsmitteln)

Bei dieser Methode wird ähnlich vorgegangen wie bei der Wasserdampfdestillation, nur dass statt dem Wasserdampf ein Lösungsmittel zum Einsatz kommt, um das CBD-Öl aus dem Pflanzenmaterial herauszulösen. Wenn aus der resultierenden Mischung das Lösungsmittel verdampft, bleibt CBD-Öl übrig.

Die Extraktion mit Lösungsmitteln ist effizienter als die Wasserdampfdestillation und weniger kostspielig. Allerdings gibt es einen kleinen Haken: Die Rückstände der Substanzen, die bei der Extraktion mit Kohlenwasserstoffen (inklusive Erdöl, Butan oder Propan) entstehen, können giftig sein und das Krebsrisiko erhöhen, wenn sie während der Verdunstungsphase nicht komplett entfernt werden (was leider nicht immer gelingt). Einige Studien haben deshalb bereits Kohlenwasserstoff-Rückstände in CBD-Produkten nachgewiesen, die mit diesem Verfahren hergestellt wurden.

Um dieses Risiko zu umgehen, kann man natürliche Lösungsmittel wie Olivenöl oder Ethanol verwenden, die ebenso effektiv sind, aber weniger giftige Rückstände hinterlassen. Allerdings ist auch diese Variante nicht frei von Nachteilen. Wenn man Ethanol nutzt, kann es so auch passieren, dass Chlorophyll mit extrahiert wird, was dem Öl einen unangenehmen Geschmack verleiht. Wenn das CBD für Kapseln oder zur äußerlichen Anwendung gedacht ist, ist das nicht weiter schlimm, aber viele CBD-Produkte werden eben auch verzehrt oder eingeatmet (als Fruchtgummi, Tinkturen, Öl …), und dann erschwert dies schon den Verkauf.

Das größte Problem bei den natürlichen Lösungsmitteln ist jedoch, dass sie nicht richtig verdunsten und das CBD-Extrakt dadurch eine niedrigere CBD-Konzentration aufweist als mit anderen Methoden.

Was passiert nach der Extraktion?

Das Öl, das aus der Extraktion hervorgeht, wird als Vollspektrum-Öl bezeichnet. Das bedeutet, dass neben dem CBD noch andere Cannabinoide (wie CBDA, CBDV, THC usw.) enthalten sind. Wurde das Produkt aus Nutzhanf hergestellt, liegt der THC-Anteil dabei bei unter 0,3 % oder weniger, der legalen Grenze in vielen Ländern.

Das Vollspektrum-CBD-Öl enthält auch andere nützliche Inhaltsstoffe der Cannabispflanze wie Terpene und Aminosäuren. Viele Konsumenten bevorzugen das Vollspektrum-Öl, weil sich nur so der sogenannte Entourage-Effekt nutzen lässt: Das CBD kann besser mit dem Endocannabinoid-System interagieren, wenn noch andere Cannabinoide und Stoffe vorhanden sind.

Es gibt jedoch auch Nutzer, die es vorziehen, wenn keinerlei THC-Reste zurückbleiben, nicht einmal die superniedrigen legalen Mengen. Sie greifen meistens zu Extrakten mit isoliertem CBD, für die das Extrakt erst abgekühlt und dann noch einmal gereinigt wird, bis ein kristallines Konzentrat entsteht, das es als Kristalle oder als weißes Pulver ohne Geschmack gibt. Nachdem dieses nur CBD enthält, ist es billiger pro Milligramm und nicht nur THC-, sondern auch völlig terpenfrei, sprich geruchslos.

Zum Schluss wird das CBD-Öl, egal ob es zum Konzentrat weiterverarbeitet wurde oder Vollspektrum-Öl blieb, anderen Substanzen zugefügt, um die CBD-Produkte herzustellen, die momentan den Cannabismarkt erobern.

02/10/2019

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