Investigación del cannabis

Die 6 fortschrittlichsten Länder in der Erforschung von medizinischem Marihuana

  • Israelische Wissenschaftler waren die Pioniere der Marihuana-Forschung. Auch heute noch ist das Land eines der wichtigsten Forschungszentren überhaupt.
  • Auch in Kanada, der Tschechischen Republik und in Spanien aber macht man bei der Untersuchung der Wirkung von Cannabis große Fortschritte.
  • Hier stellen wir euch die wichtigsten Nationen weltweit vor, die sich dafür einsetzen, dass Marihuana die Lebensqualität von Kranken verbessert.
Investigación del cannabis

Multiple Sklerose, Epilepsie, Schizophrenie, Alzheimer, Fibromyalgie, chronische Schmerzen… Dank ihrer therapeutischen Eigenschaften eignet sich die Cannabispflanze für die Behandlung zahlreicher Beschwerden. Das ist auch in der Wissenschaft angekommen: Immer mehr Studien aus verschiedensten Teilen der Welt untersuchen ihre Vorzüge.

Einige Länder haben sich dabei hervorgetan und die Forschung über die Vorteile von therapeutischem Cannabis besonders vorangetrieben.

1- Israel, der Pionier

Israel gilt nicht nur als aktuelle Weltspitze in der Forschung über medizinisches Cannabis, sondern war auch Pionier bei der Untersuchung der chemischen Eigenschaften der Pflanze: Raphael Mechoulam, Professor und Forscher an der Hebräischen Universität von Jerusalem, hat vor mehr als einem halben Jahrhundert zum ersten Mal THC isoliert und es überdies geschafft, bei der ersten Studie über die Wirkung von Cannabidiol auf Epilepsie-Patienten CBD synthetisch herzustellen. Seitdem hat Mechoulam kontinuierlich weitergeforscht. Seit einigen Monaten leitet er ein Team, das die Vorteile von Marihuana zur Asthma-Behandlung analysiert.

Raphael Mechoulam

Die israelischen Behörden fördern die „grüne Forschung" seit mehr als einem Jahrzehnt und haben ein ambitioniertes Programm in die Wege geleitet, um medizinisches Cannabis in ihrem Land voranzutreiben. Dies hat nicht nur ermöglicht, dass mehr als 25 000 Israelis auf Rezept Marihuana erhielten, sondern auch die Initiativen von Produzenten, Wissenschaftlern und Institutionen erleichtert und so erheblich zur Forschung und Entwicklung im Bereich Cannabis beigetragen.

2- Kanada, die Nation der Großkonzerne

Justin Trudeau, der Premierminister von Kanada, will Marihuana als Genussmittel noch diesen Sommer legalisieren. Außerdem hat die Regierung entschieden, über Hilfen der Canadian Institutes of Health Research in 14 Forschungsprojekte zum Thema Cannabis zu investieren.

Kanada gehörte tatsächlich sogar zu den ersten Ländern, die Marihuana erlaubten: Die Regierung arbeitete bereits seit Ende der 90er an einem Projekt, das Zugang zu medizinischem Cannabis gewähren sollte, veränderten das Gesetz aber erst vor einigen Jahren mit dem Ziel, den Anbau von Cannabis zu medizinischen Zwecken zu regulieren und Firmen den Einstieg in den Markt zu erleichtern. Einige der nationalen Firmen konnten so zu regelrechten Giganten in Sachen Erforschung, Produktion und Export von medizinischem Marihuana wachsen.

Kanadische Firmen sind zu echten Forschungsgiganten gewachsen.

3- Tschechische Republik: Forschungsboom

Dieses mitteleuropäische Land hat therapeutisches Marihuana seit 2013 legalisiert. Seitdem können z. B. Patienten mit chronischen Schmerzen oder Krebs Cannabis auf Rezept erhalten, auch wenn die hohen Medikamentenpreise dies bislang noch erschweren. Zudem verfügt die Tschechische Republik über ein absolutes Top-Forschungszentrum für therapeutisches Cannabis, das in Prag ansässige ICCI.

Das multidisziplinäre Zentrum wurde 2015 mit Unterstützung von amerikanischen Organisationen und dem tschechischen Gesundheitsministerium eröffnet und arbeitet mit Universitäten, technologischen Firmen und anderen Einrichtungen aus der ganzen Welt zusammen, die therapeutisches Cannabis vorantreiben wollen. Sein Ziel ist nicht umsonst, „die wissenschaftliche Erforschung der Verbindung zwischen den Bestandteilen von Cannabis und seiner Wirkung auf den menschlichen Körper im Zuge der Behandlung bestimmter Syndrome zu ermöglichen".

Cultivo de marihuana

4- Spanien, die Heimat erfahrener Forscher

Der Anbau von Cannabis ist in Spanien legal, solange er für den Eigengebrauch und nicht für den Verkauf bestimmt ist. Die Agencia Española de Medicamentos y Productos Sanitarios (AEMPS, dt. „Spanische Agentur für Medikamente und Medizinprodukte") kann jedoch auch Genehmigungen für die Cannabisproduktion zu therapeutischen sowie Forschungszwecken erteilen. Fünf Firmen, die insgesamt über 20 000 Hektar legale Anbaufläche verfügen, haben bereits eine Erlaubnis erhalten.

Außerdem haben in den letzten Jahren einige spanische Forschungsteams wichtige Fortschritte erzielt. An der Complutense-Universität von Madrid etwa untersucht eine Gruppe von Wissenschaftlern unter der Leitung von Dr. Guillermo Velasco seit 10 Jahren die Verwendung von Cannabinoiden zur Behandlung bestimmter Krankheiten. Bereits 1998 hatten Forscher von dieser Universität entdeckt, dass THC sich auf das durch Tumorzellen verursachte Zellsterben auswirkt, und 2002 wiederum verkündete ein anderes spanisches Team mit Dr. Manuel Guzmán an der Spitze, dass es ihnen gelungen war, mit THC vermeintlich unheilbare Hirntumore bei Ratten zu zerstören.

Einige spanische Forschungsteams haben in den letzten Jahren wichtige Fortschritte erzielt.

2015 schließlich gründete eine Reihe von anerkannten Fachkräften, die sich für die Erforschung und Verfolgung der sowie Berichterstattung über die Eigenschaften der Pflanze starkmachen, den Observatorio Español de Cannabis Medicinal (dt.: „Spanische Beobachtungsstelle für medizinisches Cannabis"). Dessen Ziel: die Förderung, Koordination und Verwirklichung von Initiativen im Bereich der therapeutischen Eigenschaften von Marihuana und Marihuana-Produkten.

5- Niederlande: langsamer, aber sicherer Fortschritt

Seit 2003 können bestimmte Patienten in den niederländischen Apotheken medizinisches Marihuana erwerben. Mit Cannabis zu forschen ist erlaubt, aber unter gewissen Auflagen: Das Bureau voor Medicinale Cannabis, das dem Gesundheitsministerium untersteht, regelt die Cannabisproduktion zu medizinischen Zwecken und die Verteilung an Universitäten, Apotheken und Forschungsinstitute.

Die Firma Bedrocan ist der einzige Lieferant von medizinischem Cannabis in den Niederlanden. Sie führt eigene Studien durch, arbeitet aber auch mit anderen Forschungszentren zusammen. Wissenschaftler vom medizinischen Zentrum der Universität von Leiden etwa untersuchen gerade, wie sich Cannabis-Inhalieren auf Fibromyalgie-Symptome auswirkt.

Legalización Uruguay

6- Uruguay, die nächste Forschungshochburg?

Doch es gibt natürlich auch andere Länder, die sich in den nächsten Jahren zu wichtigen Forschungszentren entwickeln könnten. Eins von ihnen ist ohne jeden Zweifel Uruguay, das erste Land der Welt, das die Produktion und den Vertrieb von Cannabis im gesamten Staatsgebiet komplett legalisiert hat. Überdies ist sogar der Export von medizinischem Marihuana erlaubt.

Uruguays Präsident Tabaré Vázquez hat vor einigen Monaten die Eröffnung einer großen privaten Forschungs- und Produktionsstätte für medizinisches Marihuana angekündigt. Manche Forscher im Land bemängeln aber, dass ihnen trotz der günstigen Gesetzgebung nicht genügend Finanzierungsmittel für die Durchführung ihrer Studien zur Verfügung stehen.

Uruguay ist das erste Land der Welt, das die Produktion und den Vertrieb von Cannabis legalisiert hat.

Auch andere lateinamerikanische Länder könnten sich in Zukunft zu hervorragenden Forschungsstandorten mausern. Kolumbien etwa, das die Regulierung von Anbau und Vertrieb von Cannabis zu medizinischen und wissenschaftlichen Zwecken bereits beschlossen hat, gilt aufgrund seines Klimas und seiner geringen Produktionskosten bei Forschern aus verschiedenen Ländern als ideales Land.

Ansonsten stammen viele Forschungsprojekte zu medizinischem Cannabis aus den USA, wo bislang 29 Staaten Marihuana für therapeutische Zwecke legalisiert haben. Da letzteres aber auf Bundesebene nach wie vor verboten ist, stehen Wissenschaftler häufig vor zahlreichen Hürden, bis sie klinische Studien durchführen dürfen. Außerdem kann der Genehmigungsprozess für Untersuchungen Jahre dauern. Bislang kann man die USA also noch nicht gerade als idealen Standort für die Forschung über Cannabis bezeichnen.

Doch auch wenn in vielerlei Hinsicht noch ein langer Weg bleibt, lassen die vielversprechenden Entwicklungen, die wir euch hier vorgestellt haben, schlussendlich sehr stark vermuten, dass sich in den nächsten Jahren immer mehr Länder dafür einsetzen werden, dass ihre Einwohner die Vorteile von medizinischem Marihuana nutzen können.

26/06/2018

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